t. Richtlöhne und Richthonorare

Die von t. Theaterschaffen Schweiz herausgegebenen Richtlöhne und Richthonorare dienen berufstätigen Personen in den Freien Darstellenden Künsten als Lohn- und Honorarkompass. Damit lassen sich ein angemessener Verdienst für ihre Arbeit berechnen sowie transparent und nachvollziehbar Lohn- oder Honorarverhandlungen führen.

Für die Weiterentwicklung der Richtlöhne und Richthonorare setzte t. Theaterschaffen Schweiz eine Arbeitsgruppe ein, die Ende 2021 ihre Tätigkeit aufnahm. In einer breiten Vernehmlassung bezog sie verschiedenste Akteurinnen und Akteure des Sektors aus allen Landesteilen in die Erarbeitung der Werkzeuge und in die Eruierung der Richtwerte mit ein.

Im Zuge der weiterentwickelten Richtlöhne und Richthonorare möchte t. Theaterschaffen Schweiz Profis auf und hinter der Bühne sowie die Interessensgruppen ermutigen, stärker in den Diskurs über Löhne und Honorare zu treten. Noch immer wird sowohl in den Freien Darstellenden Künsten als auch in der Kultur zu wenig über Geld geredet. Die t. Richtlöhne und Richthonorare schaffen hierbei mehr Transparenz und möchten die Verhandlungskultur fördern.

Woraus besteht dieses Tool?

Unter www.tpunkt.ch/richtloehne stehen zwei neu geschaffene Werkzeuge zur Verfügung, die auf die speziellen Arbeitsrealitäten in den Freien Darstellenden Künsten abgestimmt sind:

Tags

#verhandlung
#fairelöhne
#geld
#budget
#fairepraxis
#verträge

Was kann dieses Tool?

Mit dem t. Rechner können freischaffende und selbstständig erwerbende Personen ihren Lohn oder ihr Honorar für die Entwicklungs- und Probenphase ausrechnen. Einbezogen werden dabei neu Abstufungen wie z. B. die Arbeitserfahrung, der Verantwortungsgrad im Projekt und die Arbeitsregion.

Mit dem t. Budget kann der Richtpreis einer Aufführung sowie die Amortisationskosten pro Aufführung berechnet werden.

Warum braucht es dieses Tool?

Berufstätige Personen der Freien Theaterszene, der Kleinkunst und weiteren Sparten der Freien Darstellenden Künste haben aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer Professionalität ein Recht auf faire Entlöhnung.

t. bietet hiermit das erste nationale Berechnungstool für mehr Transparenz und Verhandlungskultur im gesamten Sektor.

Für wen ist dieses Tool?

Es dient Einzelkünstlerinnen und -künstlern, Theatergruppen, Agenturen, Veranstaltenden, Theaterhäusern sowie privaten und öffentlichen Förderstellen als Orientierungshilfe.

Kontakt

t. Thaterschaffen Schweiz
www.tpunkt.ch

info@tpunkt.ch

Impressum

Arbeitsgruppe t. Richtlöhne und Richthonorare

  • Cristina Galbiati, Co-Präsidentin t. Theaterschaffen Schweiz
  • Eric Devanthéry, Vorstandsmitglied t. Theaterschaffen Schweiz
  • Nina Mariel Kohler, Vorstandsmitglied t. Theaterschaffen Schweiz
  • Christophe Drag, Adminstrativer Leiter Cie Philippe Saire
  • Gabi Bernetta, Produzentin, Bernetta Theaterproduktionen, Gewinnerin Schweizer Theaterpreis 2018
  • Anja Lauper, Agentin Kunstprojekte.ch / Tourbo-music.ch
  • Judith Rohrbach, ehem. Co-Leiterin Kleintheater Luzern / seit Oktober 2023 Leiterin Schweizer Künstlerbörse und Stv. Leitung t. Theaterschaffen Schweiz

Projektleitung Geschäftsstelle t.

  • Chantal Hirschi, Geschäftsleiterin t. Theaterschaffen Schweiz
  • Clara Gudehus, Verantwortliche Dienstleistungen und Projekte

Unterstützt von m2act /Migros-Kulturprozent, Swisslos Kultur Kanton Bern, Schweizerische Interpretenstiftung, Bundesamt für Kultur

Disrupting Harm in Dance

«Disrupting Harm in Dance» ist ein Online-Kurs zum Selbststudium, der von Whistle in Zusammenarbeit mit zahlreichen Fachleuten aus dem Tanzbereich – Crip Movement Lab, The Dance Union, J Bouey und OFEN Co-Arts – erstellt wurde. Sie bieten Informationen und Werkzeuge für Tänzer*innen, Performer*innen und angrenzende Berufsgruppen, die es ihnen ermöglichen, zusammenzuarbeiten und sich dabei sicher, verbunden und befähigt zu fühlen.

Whistle ist eine internationale Plattform, die 2017 von Frances Chiaverini und Robyn Doty gegründet wurde und sich gegen geschlechtsspezifische Verletzungen und andere Formen von Diskriminierung und Missbrauch in der Tanzbranche einsetzt. Ihr aktuelles Angebot umfasst Ressourcen und Empfehlungen, die ein ganzheitliches Unterstützungssystem für Veränderungen in der Tanzkultur fördern.

Für wen ist dieser Kurs gedacht?

Der Inhalt des Kurses richtet sich in erster Linie an Tänzer*innen.

Tänzer*innen, Tanzlehrer*innen, Choreograph*innen, Regisseur*innen, Probenleiter*innen, Assistent*innen und alle, die in der Tanzverwaltung und -produktion arbeiten, könnten von Elementen dieser Ressourcen profitieren.

Tags

#Tanz Community
#faire Praxis
#Veränderung bewirken
#empowern
#speak up

Was beinhaltet der Kurs?

Dieser Kurs bietet eine Vielzahl an Werkzeugen, Online-Kursen, Videos, Vorträgen, Arbeitsblättern, Workshop-Materialien sowie alle Kontakte der mitwirkenden internationalen Fachleute.

Crip Movement Lab

  • eine kritische Methodik zum zugänglichen und inklusiven Praktizieren, Lehren und Schaffen von Tanz

The Dance Union

  • Dismantling White Supremacy (Weisse Vorherrschaft demontieren)

J Bouey

  • Somatic Astrology for Dancers Guide (Somatische Astrologie für Tänzer*innen – ein Leitfaden)

OFEN Co-Arts Plattform

  • Embodying Anti-Capitalist Process (Antikapitalistische Prozesse verkörpern)
  • Levelling Hierarchy in Dance (Hierarchie im Tanz abflachen)
  • Support and Universal Access (Unterstützung und universeller Zugang)
  • Speaking Up as an Act of Care (Die Stimme erheben als Akt der Fürsorge)

Whistle

  • Messy Talks: A Discussion Toolkit (Chaotische Gespräche – Werkzeuge für Diskussionen)
  • Boundaries and Consent: A Worksheet (Grenzen und Einverständnis – ein Arbeitsblatt)
  • Working with Consent (Mit Einverständnis arbeiten)
  • When Considering Touch (for Teachers, Choreographers) (Berührung in Erwägung ziehen (für Lehrer*innen, Choreograph*innen))
  • On publicly asking, «Who doesn’t pay?» (Zur öffentlichen Frage «Wer zahlt nicht?»)
  • Practical Tips for Talking to a Journalist [About Your Abuse] (Praktische Tipps für das Gespräch mit der Presse [über Ihren Missbrauch])
  • Signs of an Emotionally Abusive Choreographer (Anzeichen für emotional misshandelnde Choreograph*innen)
  • Providing (Self) Care (Für andere und sich selbst sorgen)
  • Writing an Impact Statement (Ein Impact statement verfassen)
  • When Considering Accountability (Verantwortlichkeit berücksichtigen)
  • CARA’s Model of Accountability: A Worksheet (CARAs Modell der Verantwortlichkeit – ein Arbeitsblatt)

Wozu braucht es diese Ressourcen?

Die Tanzkultur ist dysfunktional. Sie basiert auf der Förderung und Belohnung von Unterordnung und Unterwerfung im Tanz. Sie kann Tänzerinnen und Tänzer ihrer Autonomie und Intuition berauben und ihr eigenes Werteempfinden durch engstirnige Ideale von Disziplin, Perfektion und Virtuosität ersetzen. Auf institutioneller Ebene besteht ein eklatanter Mangel an Unterstützung für von Missbrauch betroffenen Tänzerinnen und Tänzern.

Download/Link

Alle Ressourcen sind in englischer Sprache verfügbar.

disruptingdance.com

Arbeitsbuch als PDF herunterladen

Was können diese Ressourcen bewirken?

Diese Ressourcen können verwendet werden, um Institutionsmitarbeitenden zu helfen, Tanzkunstschaffende besser zu unterstützen: durch Glaubwürdigkeit, und indem private Beschwerdeverfahren implementiert werden und ein erfüllendes Umfeld geschaffen wird, in dem das Wohlbefinden im Vordergrund steht.

Impressum

Whistle

disruptingdance.com

whistlewhileyouwork.art

Hinweis: Diese Ressourcen sind für Privatpersonen kostenlos. Wird dieser Kurs auf institutioneller Ebene verwendet, sollte eine Spende an Whistle und/oder an die einzelnen, an der Erstellung dieses Kurses beteiligten Personen in Betracht gezogen werden. Whistle empfiehlt wärmstens, die Mitwirkenden online oder im echten Leben ausfindig zu machen, sich ihre jeweiligen Werkkataloge anzusehen – und sie zu buchen und zu engagieren!

Talking Diversity

In der Kommunikation am Schauspielhaus Zürich wird diskriminierungssensible und -kritische Sprache verwendet. Damit das Publikum weiss, wovon gesprochen wird, wenn bestimmte Wörter benutzt werden, haben Mitarbeiter*innen und Ensemblemitglieder des Schauspielhaus Zürich ein Glossar mit Grundlagenbegriffen zusammengestellt.

Woraus besteht dieses Tool?

Dieses Glossar ist eine Sammlung von Begriffen, die erklärt werden. Die Begriffe, die hier vorgestellt werden, sind explizit keine Definitionen und nicht für alle Ewigkeit in Stein gemeisselt.

Einige kommen aus dem US-amerikanischen Sprachraum und haben noch keine deutsche Entsprechung gefunden. Die Begriffe sind oft abhängig von lokalen gesellschaftlichen Kontexten, in denen sie verwendet werden, ihre Bedeutungen verschieben sich im Gebrauch.

Sie liefern ein temporäres Abbild unserer Zeit, im Wissen darum, wie schnell sich gesellschaftliche Zustände verändern.

Tags

#glossar
#diversity
#inklusivesprache #schauspielhaus.ch
#talkingdiversity

Wozu kann dieses Glossar beitragen?

Dieses Glossar sensibilisiert für diskriminierungssensible Sprache. Eine diskriminierungssensible Sprache hilft zu differenzieren und Stereotypisierungen und gewaltvollen Fremdzuschreibungen entgegenzuwirken.

Sie lässt stattdessen alle Individuen mit ihren persönlichen Zugehörigkeiten selbst und selbstgewählt sprechen.

Für wen ist dieses Tool?

Dieses Glossar ist für alle.

Die Begriffe sollen Mut machen, Sprache nicht als Zwang, sondern als kreatives Werkzeug zu begreifen, das es uns möglich macht, die Welt selbstbestimmt mitzugestalten.

Warum braucht es dieses Glossar?

Sprache ist ein fluides Tool. Sie spiegelt gesellschaftliche Prozesse, kann manchmal sogar Veränderungen vorantreiben. Wer das eigene Sprechen diskriminierungssensibel gestaltet, trägt dazu bei,

  • jahrhundertealte und gesamtgesellschaftlich wirkende Macht- und Gewaltsysteme zu überwinden,
  • die Herabsetzung von verletzbaren Menschen zu vermeiden und
  • marginalisierten Gruppen zu Sichtbarkeit zu verhelfen.

Marginalisierte Menschen sind nicht nur sprachlich, sondern auch in Medien, Politik und Kultur untervertreten und erhalten keine Bühne oder wenig Gehör für ihre Stimme.

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Das Glossar existiert auf Deutsch und Englisch.

Impressum

Textnachweise:
Die Texte aus diesem Glossar speisen sich aus unterschiedlichen Quellen, die wir gerne nennen und denen wir danken möchten: Diversity Arts Culture, www.diversity-arts-culture.berlin; Diversum – Verein für rassismuskritisches Denken, www.verein-diversum.ch sowie das Glossar in Evein Obulor & Rosamag (Hg.): Schwarz wird großgeschrieben, 2021. Ein Teil der Texte sind Originalbeiträge für diese Publikation.

Redaktion:
Fadrina Arpagaus, Yuvviki Dioh, Miriam Ibrahim, Laura Kaufmann, Laiya Sievi

Herausgeberin: Schauspielhaus Zürich AG Zeltweg 5, 8032 Zürich